Karmeliter-Klosterkirche

Klosterkiche mit Blick auf die Neckarschleife
Chor mit Altar
Epitaph Melchior von Hirschhorn und Kunigunde von Oberstein
Blick in die Klosterkirche
Wendeltreppe zur Orgel
Klosterkirche mit Anna-Kapelle
Eines von vielen Fresken
Decken-Netzgewölbe
Die Orgel seit 1955 vor Ort

Die Klosterkirche Hirschhorn ist ein echtes kunsthistorisches, spätgotisches Kleinod im Neckartal mit Sitz direkt unterhalb der Burg Hirschhorn. Gestiftet wurden die Kirche und das dazugehörige Kloster im Jahr 1406 von Ritter Hans V. von Hirschhorn, seiner zweiten Frau Iland von Dhaun und seinen Brüdern Conrad und Eberhard. Conrad von Hirschhorn war zu dieser Zeit Domherr in Mainz bzw. Speyer und, so vermutet man, die treibende Kraft hinter der Klostergründung.

1511 wurde an der Südseite des Langhauses der Kirche ein Anbau ergänzt, der 1515 zur St.-Anna-Kapelle ausgestaltet wurde.

Ab 1522 begann für das Kloster und die Karmelitermönche eine bewegte Geschichte. Zwischen 1522 und 1529 beriefen die Herren von Hirschhorn einen protestantischen Pfarrer an die Kirche. Hans IX. von Hirschhorn löste nach 1543 das Kloster auf und es wurde Sitz seiner Witwe Anna, geb. Göler von Ravensburg. Obwohl der Besitz dem Orden zugesprochen wurde, demonstrierten die Herren von Hirschhorn immer wieder ihren Besitzanspruch – etwa indem sie in die Anna-
kapelle eine Familiengruft einbauen ließen. Das übrigens erklärt die Stufen, die man heute noch zur Annakapelle hochsteigt.

In 1629 musste Friedrich III. das Kloster und die Klosterkirche schließlich dem Karmelitenorden zurückgeben.  Als Hirschhorn 1632 an Kurmainz zurückfiel, wurde von da aus die Restitution der Anlage  vorangetrieben.

Von 1636 bis 1732 diente die Klosterkirche als katholische Pfarrkirche der Stadt HIrschhorn. In 1689 wurde ein neuer Hochaltar errichtet, der etwa 100 Jahre später durch  einen barocken Hochaltar des Heidelberger Bildhauers Johann Michael Düchert ersetzt wurde.

1803 wurde das Karmelitenkloster erneut aufgelöst, die Kirche wurde geschlossen und man erwog sogar ihren Abriss. Die Rettung kam, als 1812 Großherzog Ludwig I. die Kirche der Stadt Hirschhorn schenkte. Die beschloss, die Kirche zu erhalten und zu renovieren. In 1886 machte man die notdürftig instand gesetzte Kirche der katholischen Kirchengemeinde zum Geschenk und im Anschluss wurde endlich eine umfassende Renovierung in die Wege geleitet.

Die historischen Wandgemälde wurden 1912 etwas aufgefrischt. 1969/70 wurden Teile der Decke  renoviert und mehr an den ursprünglichen Bauzustand angepasst. Von 1998 an fand eine abermalige Renovierung statt.

Seit 1996 engagiert sich der Förderverein Klosterkirche e. V. für ihren kunsthistorischen Erhalt.

Seit 2009 leben wieder Karmelitermönche im Kloster.